Kiew/Ukraine – Ein Bahnsteig in Kiew, ein Zug ist angekommen. Wir wissen fast nichts über Aljona, 26, ihren Mann Oleksandr, 26, und ihren Sohn Jegor. Nur dass die Familie durch den Krieg Abschied nehmen musste: Zwei Monate lang waren die drei voneinander getrennt. Nun können sie sich endlich wieder in die Arme schließen, anscheinend unversehrt.
Zwei Monate nach Kriegsbeginn sind Cafés in Kiew wieder geöffnet, Kinder spielen in Parks, Paare gehen spazieren. Die Stadt versucht, eine neue Normalität zu finden; oder wie Mykola Poworosnyk sagt, „eine Art Normalität, aber unter militärischen Bedingungen“.
Der Stellvertreter von Bürgermeister Vitali Klitschko appelliert immer wieder an die Kiewer, dort zu bleiben, wo sie sicher sind, trotzdem kehren Menschen heim. Für eine Umarmung wie diese. Sohn Jegor, zwei Jahre alt, wird sich vermutlich später nicht…