Seit 2007 wohne ich in einem 300 Jahre alten, denkmalgeschützten Haus, das immerzu quietscht und knarrt. Trotz der kuscheligen Größe von 50 Quadratmetern, der niedrigen Decken und einfach verglasten Fenster liebe ich es. Es hat seinen eigenen Charme. Mein Obergeschoss gleicht mit seinen Schrägen einem Dachboden, und ich schwelge allzu gern in Erinnerungen an die Menschen, die hier einmal gelebt haben. Das Einzige, was mich vom ersten Tag an störte, war das Grau, mit dem das Paar, das hier vor mir wohnte, sämtliche Holzoberflächen gestrichen hatte. Einen teuren Profi zu engagieren, um alles zu überstreichen, war finanziell nicht drin. Aber es selbst zu machen stellte ich mir nahezu unmöglich vor. Ich schaffte es ja kaum, ein Bild aufzuhängen. Also starrte ich jahrelang auf das Grau und wünschte mir, es verschwände…
