Der 4. Februar 2014 ist ein grauer Tag in Redmond im US-Bundesstaat Washington, und er passt zur Stimmung bei Microsoft. Der einstige Taktgeber der Tech-Welt wirkt müde. Das mobile Zeitalter, eingeläutet von Apples iPhone und zeitnah beantwortet von Googles mobilem Betriebssystem Android, hat der Konzern verschlafen. Windows 8 ist ein gescheitertes Experiment. Die Unternehmenskultur gilt als erstarrt und toxisch.
An diesem Tag endet die Ära von Steve Ballmer, dem lauten, polternden CEO, der Microsoft zwar zu Rekordumsätzen, aber auch in die strategische Sackgasse geführt hat. An seine Stelle tritt jemand, den außerhalb des Unternehmens kaum jemand kennt: Satya Nadella, ein ruhiger, bedächtiger Ingenieur mit indischen Wurzeln, der seit 22 Jahren eher in der zweiten Reihe des Konzerns arbeitet.
Die Wahl überrascht viele. Kann ausgerechnet dieser Mann, geprägt von Zurückhaltung, den…
