Wenn man sich mit Inka und Ralph Orth unterhält, fallen zwei Begriffe sehr schnell. Es gibt ein altes Leben, das perfekt war, wunderschön, wie sie sagen, und ein neues. Das alte hörte auf in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021, als sie das letzte Mal mit ihrer Tochter Johanna sprachen. Und das neue dauert an. Wir wollen über beide sprechen. Die Orths, Anfang 60, kommen aus dem Rheinland, sie reden in einem warmen Tonfall, den sie für ihr Gegenüber ausbreiten wie einen weichen Klangteppich. Vom ersten Moment an signalisieren sie, keine Scheu zu haben, Dinge auszusprechen, machen es einem leicht, über das Schwere zu reden.
Die Orths sind freundliche Menschen, denen das Allerschlimmste passiert ist. Ihr Kind ist gestorben, und sie konnten nichts tun. Sie sind auf…
