Hilfsaktion Für Rupa Sen*, 26, ist Klimawandel die Übelkeit, die sie alle drei bis vier Tage heimsuchte. Manchmal halfen die Kräuter, die in den Reisfeldern wachsen, Tigergras vor allem; während ihrer Schwangerschaft vor sechs Jahren nahm sie es täglich. „Man gewöhnt sich“, sagt sie, es gehe ja den meisten im Dorf so, auch den Kindern, ihrer Tochter Titli: Erbrechen, Durchfall, dann wieder ein paar Tage Ruhe, ein bisschen Schwindel vielleicht.
Rupa hat eine kratzige Stimme und einen entschlossenen Blick, sie lacht viel, wie den Umständen zum Trotz. Sie lebt in Budhhata im Südwesten von Bangladesch, die nächste größere Stadt, Satkhira, ist eine Autostunde entfernt. Die Häuser im Dorf stehen in kleinen Gruppen so, dass sie einen Innenhof bilden, darin scharren Hühner. Die Notdurft wird hinter dem Haus verrichtet, das Wasser…