Liebe Leserin, lieber Leser, neulich sagte eine Kollegin in der Redaktionskonferenz, sie verstehe ihren Sohn nicht mehr. Der sei Teenie, klar, da sei es sein Job, sich seltsam zu verhalten. Nun aber würde er zusehends abdriften. Renne nur noch in die Muckibude, gebe sich bewusst maskulin, sei genervt von Themen wie Gleichberechtigung, Gendern, Feminismus. Brauchen wir doch alles nicht mehr! Ob sie etwas falsch gemacht habe in der Erziehung, fragte sie sich, vorgelebt habe sie das definitiv nicht. Sofort stimmten andere Kolleginnen zu: Sie hätten zu Hause die gleiche Situation oder Ähnliches von befreundeten Familien gehört.
Tatsächlich belegen auch mehrere Studien: Immer mehr junge Männer haben Schwierigkeiten, in einer Welt voller starker Mädchen und Frauen ihren Platz zu finden. Und orientieren sich vermehrt an traditionellen Rollenbildern. Kann das zum Problem…
